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FrankPr's ExtroSpaceBeyond Homo Sapiens
November 22 Legenden vom bösen AtomMutig vom Spiegel, einen Artikel zu veröffentlichen, der den üblicherweise zum Thema "Spätfolgen der Radioaktivität" erzählten Schauermärchen über Hunderttausende von Toten direkt und offen widerspricht. Da macht man sich sicher keine Freunde bei Greenpeace & Co., denen ja, falls das zutrifft (was ich für sehr wahrscheinlich halte), ihr wichtigstes Argument zur Ablehnung der Kernkraft (ähhh, Atomkraft in Greenspeak) abhanden käme. Denn um einen Faktor von ca. 100 danebenzuliegen (Hiroshima: bisher berichtet 105000, tatsächlich bewiesen 700; Tschernobyl: "befürchtet" 500000, wahrscheinlich 4000) ist kein bloßer Lapsus, sondern systematische Verzerrung der Wahrheit. Wenn auch manchmal aus guter Absicht, aber Gutes meinen und Gutes tun sind zwei sehr verschiedene Dinge. Übrigens haben ja in der Vergangenheit schon andere auf diese Divergenzen hingewiesen und sind dafür als menschenverachtend u.ä. beschimpft worden, bspw. Maxeiner und Miersch im "Lexikon der Öko-Irrtümer" von 1998. Aber manche Legenden halten sich leider ziemlich lange, weil sie so schön ins typische Gutmenschen-Weltbild passen. (DDT ist da ein anderes Beispiel, und CO2 entwickelt sich zum nächsten...) (Disclaimer: Jedes Todesopfer im Zusammenhang mit dem Einsatz der Kernkraft ist eines zuviel, ganz klar, ob friedlich oder militärisch. Darin unterscheidet sie sich aber überhaupt nicht - und schon gar nicht fundamental - von allen anderen Technologien, die immer auch negative Effekte haben können.) November 01 Vernetzte Nanomaschinen?Drexlers Vision von untereinander kommunizierenden Nanomaschinen, von vielen heute noch als pure Science Fiction oder niemals machbar angesehen, rückt wieder ein Stückchen näher, nachdem in jüngster Zeit diverse Teams zeigen konnten, dass sich Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglicherweise zum Aufbau von Nano-Funksendern und -empfängern benutzen lassen - wenn auch vorerst nur im Vakuum. Auch für das Problem der Stromversorgung gibt es neue Lösungsansätze. Mehr dazu beschreibt dieser Artikel in der deutschen Technology Review. September 22 Hugh Lauries ProtestsongHugh Laurie, ohnehin Star meiner gegenwärtigen Lieblingsserie "Dr. House", nimmt in dieser großartigen Parodie all die wohlmeinenden Protestsongs diverser Gutmenschen und Weltverbesserer auf die Schippe, die uns nicht erst heute in Form einfacher Lösungen (meist ohne Realitätsbezug, aber dafür gut klingend) überschwemmen:
(Gefunden bei David Harnasch.) Klimawandel - der Streit wird schärferDie Fronten im Streit um den Klimawandel und seine Ursachen scheinen sich zunehmend zu verhärten. Inzwischen berichtet sogar schon ein Mainstream-Journal wie der Spiegel kritisch über die etwas inquisitorische Vorgehensweise mancher Klimaforscher, wie z.B. in diesem Artikel über Deutschlands Klimainquisitor Nr. 1 Stefan Rahmstorf ("Die rabiaten Methoden des Klimaforschers Rahmstorf"). Der Originalartikel Rahmstorfs, auf den der Spiegel sich mehrfach bezieht, ist in der FAZ erschienen. Entgegnungen der darin Angegriffenen liest man am besten hier und hier, weitere interessante Artikel zum Thema finden sich auch hier und hier. (Dirk Maxeiner hat übrigens auch ein neues Buch zu dieser Thematik veröffentlicht - ist gerade bestellt, ich freue mich auf die Lektüre.)
August 13 Mobile BloggingDas ist nett: über http://mobile.live.com kann ich von meinem Mobilgerät auf meinen Space zugreifen und Blogeinträge erstellen. Und mit Windows Mobile 6 kann ich sogar Fotos in die Fotogallerie posten. Wieder ein Schritt zu mehr Unabhängigkeit vom Schreibtisch. (OK, die Funktionalität läßt noch zu wünschen übrig - keine Formatierung, keine Kategorien, etc., aber immerhin.) June 01 Die Klimawandel-Inquisition in Aktion
Der Spiegel bringt ein nettes Beispiel dafür, dass die Klima-Inquisitoren inzwischen vor niemandem haltmachen und selbst vor Beschimpfungen nicht zurückschrecken, wenn sich jemand öffentlich abweichend von der offiziellen Lesart äußert. Unter dem opportunistischen Titel "Nasa-Chef verharmlost Klimawandel" (der beweist, dass man sich auch hier der offiziellen Sprechweise unterwirft) wird berichtet, dass sich Michael Griffin neutral zum Thema Klimaerwärmung geäußert hat, darauf hinweisend, dass eine Erwärmung, selbst wenn sie eintreten sollte, ja nicht unbedingt nur negativ für alle Menschen weltweit sein muss. Solch eine ketzerische Meinung findet natürlich keine Gnade vor den Hütern der Klimawahrheit (u.a. James Hansen), die ihn prompt als "ignorant", "völlig ahnungslos", einen "entschiedenen Ideologen der Anti-Klimawandel-Bewegung" (klingt für mich fast wie ein Lob...) und "arrogant" beschimpften. Wohin sind wir eigentlich schon gekommen, wenn selbst relativ harmlose und neutrale Aussagen solche wütenden Tiraden nach sich ziehen? Wann wird der erste "Klimaskeptiker" von Klimaaktivisten in ihrem heiligen Zorn gelyncht? Meine Befürchtung, dass wir auf ein neues Mittelalter oder eine Klima-Öko-Diktatur zusteuern, wächst täglich. Vernunft, wo bist Du? April 13 Klimakatastrophe? Die Ungläubigen sind Schuld!Hurra. Zu den ganzen mehr oder weniger absurden Erklärungsversuchen, wer denn an der unabwendbaren Klimakatastrophe Schuld hat, gesellt sich jetzt ein neuer, der wirklich ein Highlight darstellt.
Wie die Welt berichtet, hat Kardinal Meisner die Ungläubigen als mitschuldig ausgemacht. Zitat: "Für den Kölner Kardinal Joachim Meisner hat die drohende Klimakatastrophe auch mit mangelndem Glauben an Gott zu tun. ... Der Mensch verzehrt dabei die Ressourcen der Welt und wird davon doch nicht satt." Die katholische Kirche kann dabei wirklich stolz darauf sein, schon vor längerer Zeit ihren Beitrag zur Verbesserung der CO2-Bilanz geleistet zu haben, indem sie das Verbrennen von Ketzern auf dem Scheiterhaufen eingestellt hat. Auch emittiert ein Mensch, der im Zölibat lebt und hauptsächlich betet, natürlich weniger schädliche Treibhausgase als bei körperlich intensiveren Tätigkeiten wie z.B. Sex. Wir dürfen also gespannt sein, wann der Bundestag die Einführung des Katholizismus als offizieller Staatsreligion aus Klimaschutzgründen beschließt. April 04 Al Gore goes EmbeddedWie heise online berichtet, hat Berufs-Klimahysteriker Al Gore eine Keynote auf der Embedded Systems Conference gehalten und die Embedded-Gemeinde aufgerufen, den Planeten zu retten. Und ich hatte schon gehofft, wenigstens mein derzeitiges Arbeitsgebiet würde verschont bleiben. Aber leider...
Davon abgesehen, dass ich es erschreckend finde, dass inzwischen offenbar jeder glaubt, dem Mann eine Bühne bieten zu müssen, auf der er seine Untergangsphantasien ausbreiten darf, dürfte das Embedded-Gebiet wohl eher keine besonders geeignete Zielgruppe sein. Eben weil Ressourcenverbrauch in den meisten Embedded-Designs eh ein Hauptkriterium ist.
Darüber hinaus stellt sich Gore als intimer Kenner und Visionär von Computerarchitekturen hin, wenn er sagt: "Ein zentrales Rechenwerk verschwendet mit seinen häufigen Speicherzugriffen zu viele Ressourcen. Massiv-parallele Systeme sind vielfach effektiver" Tja, lieber Al, das mag ja sein, allerdings ist Parallelität auch viel schwerer zu verstehen und in den Griff zu bekommen, nicht nur hard-, sondern auch softwareseitig. Da helfen auch staatliche Verordnungen oder Appelle von Gutmenschen nichts. Am Markt verkaufen sich die klassischen Ansätze immer noch glänzend. (Aber der Markt ist ja sowieso etwas furchtbar Böses und für die Umwelt ganz ganz schlimm - also am besten verbieten und alles verstaatlichen. Aber ich schweife ab...)
OK, wer als Embedded-Entwickler Al Gore trotzdem ernst nimmt: Bitte beim nächsten Board-Design oder Treiber-Coding unbedingt an die CO2-Bilanz denken! Der Planet sagt "Danke".
(Zum Thema Klima übrigens hier noch ein interessantes Interview mit Richard Lindzen in der Weltwoche.) February 04 Das Klima - eine einzige Katastrophe?Nachdem das IPCC seinen neuesten Horrorbericht veröffentlicht hat und alle Medien unisono in das Geschrei einstimmen (und auch die deutschen Klimawissenschaftler erfolgreich ca. 250 Mio. Euro an Staatsgeldern für das Erstellen weiterer schauriger Szenarien in den nächsten drei Jahren eingeworben haben), sei darauf hingewiesen, dass es auch noch Fachleute gibt, die ihr Geld nicht für das Erstellen eben solcher Horrorszenarien bekommen - sie werden gemeinhin als "Klimaskeptiker" bezeichnet, obwohl sie natürlich nicht an der Existenz des Klimas an sich zweifeln, sondern nur an den Katastrophen, die uns gegenwärtig allseits gezeichnet werden. NOVO bringt in seiner aktuellen Ausgabe einen guten Einführungsartikel dazu, unbedingt lesenswert. January 01 Karlheinz Steinmüller im SPIEGELZukunftsforscher Karlheinz Steinmüller, heute bei Z Punkt, früher in der DDR einer der bekanntesten SF-Schriftsteller (habe selbst viel von ihm gelesen), spricht im SPIEGEL-Interview über seinen Job, mögliche Umwälzungen in den nächsten Jahrzehnten, Risiken, Erfolge und Misserfolge. Für mich ein für deutsche Verhältnisse erfreulich positive Schilderung der möglichen Zukunft, unter Erwähnung diverser transhumanistischer Technologien. Die Umgestaltung des Menschen steht für Steinmüller offenbar tatsächlich im Mittelpunkt der Entwicklungen, dieses Gedankengut kommt also anscheinend immer mehr im Mainstream an. Natürlich (?) fehlen auch bei Steinmüller obligatorische Aussagen wie
nicht - das soll also wohl die Unmöglichkeit des Uploading beweisen, ist aber natürlich überhaupt kein Argument (denn auch ein Neuron kennt keinen Schmerz...). Steinmüller sollte es eigentlich besser wissen (können), ich vermute also fast, dass er hier ein Zugeständnis an die Aufnahmefähigkeit der Leserschaft macht, sie nicht überfordern möchte. Schade eigentlich.
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